Julia Winterboer

Tamara Pribaten   Referentin für Bildung, Soziales und Kultur

Sozialfond und Beratung, Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon 0521/16 398 - 26

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KHG ist für mich

… ein Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und ein Raum, in dem Studierende ihre Lebens- und Glaubensfragen stellen können. Mir ist es wichtig Menschen während ihres Studiums zu begleiten, sei es in einem Gespräch, einer Beratung oder bei einem Austausch von Ideen, Erfahrungen und Lebensgeschichten.

Dabei gehe ich davon aus, dass wir Menschen in unserer Identität immer auch im Wandel sind, manchmal Fragen und Widersprüche aushalten müssen, aber auch immer wieder die Chance haben unsere eigenen Handlungs- und Entfaltungsspielräume zu entdecken und zu erweitern – besonders die Zeit des Studiums ist dabei eine Möglichkeit Neues auszuprobieren, sich kennen zu lernen und auch den eigenen Glauben neu kennen zu lernen und darin erwachsen zu werden.

 

Zu mir

1989 geboren in Oberstdorf und im Kleinwalsertal aufgewachsen, kam ich recht früh und „klassisch“ mit dem Glauben in durchaus ökumenischer Verbundenheit in Kontakt. Mich begeisterten die biblischen Erzählungen, die Gesänge und sicherlich auch der Weihrauch. Manche Rituale riefen jedoch auch schon früh Fragen auf.

Durch den familiären Umzug 2001 nach Ostfriesland, einer katholische Diaspora, änderte sich mein Bezug zur Kirche, sodass ich knapp zehn Jahre mit Glaube und Kirche nichts zu tun hatte. In dieser Zeit faszinierten mich philosophische und künstlerische Fragestellungen, aber auch der Religionsunterricht und besonders die Religionskritik. In dem Versuch mich davon loszusagen, blieb doch immer eine Lücke, die sich nicht erklären ließ und bei der ich den Eindruck hatte, dass es wichtig sei, sie offen zu lassen.

Während wohl für viele Studierende der Beginn des Studiums oftmals ein Bruch mit den typischen Gemeindestrukturen darstellt, entwickelte es sich bei mir umgekehrt. Zum Studium der Deutschen Philologie und Ethik zog ich 2009 nach Berlin und kam dort immer wieder in Berührung mit ethischen und religiösen Fragestellungen und Bezügen – wie auch mit vielfältigen Menschen aus unterschiedlichen religiösen wie kulturellen Hintergründen. Ich lernte Studierende kennen, die eine sehr lebendige, kritische und wache christliche Glaubenspraxis lebten, sodass ich dort anknüpfen und wachsen konnte.

Nach einem Erasmus-Aufenthalt in London 2012 beschloss ich im darauffolgenden Jahr einen Master in Religion und Kultur in Berlin zu studieren, da mir die interreligiösen Begegnungen zunehmend wichtiger wurden. In den darauffolgenden Studienjahren wurde die Katholische Studierenden Gemeinde in Berlin ein wichtiger Ort für mich: Aufgrund der Gemeinschaft, des sozialen Engagements im Bereich der Geflüchtetenhilfe und in dem Kennenlernen der christlichen Meditation. Viele Anfragen blieben zwar weiterhin, doch ich konnte in dieser Zeit die enge Verzahnung von eigener spirituellen Entwicklung und sozialem Engagement als Bereicherung erleben. Einem Ansatz, den ich später in der Aussage „Kontemplation und Aktion“ von Taizé wiederzufinden meinte.

 

In dieser Zeit entstand die Sehnsucht die Erfahrungen, dieses Wachstum und auch das Wachhalten der Fragen weiter zu geben und zu vertiefen: In dem Bewusstsein, dass Glauben und damit die Beziehung zu dem Göttlichen, nichts fertiges ist, sondern wie jede Beziehung Erinnerung und Arbeit einfordert, aber damit auch eine Lebensqualität bereit hält, die ich vorher nicht für möglich gehalten hätte. 2016 begann ich dann meine Stelle als Referentin in der KHG Bielefeld und bin seit dem weiterhin und immer noch am Ausprobieren, Erleben und Lernen aus den Begegnung und Erfahrungen mit den Studierenden.